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Positionierung :

Der AX trat die Nachfolge des Citroën Visa und des Citroën LN an und sollte somit die Lücke schließen, die sich in den 1980er Jahren zwischen dem Mittelklassemodell Citroën BX auf der einen Seite und dem viel produzierten, aber inzwischen äußerst veralteten Einstiegsmodell Citroën 2CV auf der anderen Seite geöffnet hatte.

Entwicklung und Modellgeschichte:

Oberstes Ziel bei der Entwicklung des AX war es, einen Kleinwagen mit größtmöglichem Innenraum und kleinstmöglichem Gewicht auf die Räder zu stellen. Als Vorbild dienten dabei Erkenntnisse des ECO 2000 Projekts, auf dessen Grundlage die Entwicklung der ersten Prototypen, S9 genannt, im Jahre 1981 begannen. An der Formgebung wirkte der Designer Nuccio Bertone mit, der mehrere Entwürfe beisteuerte.
Das erzielte geringe Gewicht, die Einstiegsversion des AX, der 10 E wog gerade einmal 640 kg, war vor allem auf den konsequenten Einsatz gewichtssparender Materialien zurückzuführen. Bezeichnend hierfür kann vor allem die rahmenlose Kunststoffheckklappe genannt werden.
Die Karosserie gelang nach gewohnter Citroën-Manier sehr aerodynamisch. Der erreichte Luftwiderstandsbeiwert (cW-Wert = 0,31) war zum Zeitpunkt des Verkaufsstarts von keinem Konkurrenzmodell in dieser Fahrzeugklasse zu überbieten. Durch den Einsatz von verzinkten Blechen, Kunststoffradhausschalen und Hohlraumversiegelungen wurde eine hohe Rostbeständigkeit erreicht. Der Citroën AX wurde 1986 auf dem Pariser Autosalon vorgestellt. Im September des gleichen Jahres war der Verkaufsstart in Frankreich, im März 1987 wurde der AX auf dem deutschen Markt eingeführt. Die erste Serie des AX überraschte mit einer Vielzahl an Ablagen und Staumöglichkeiten im gesamten Innenraum, die Vordertüren der Dreitürer besaßen sogar Flaschenhalter. Im Jahre 1988 wurde der anfangs nur dreitürig lieferbare AX um eine fünftürige Variante ergänzt. Bekanntheit erlangte der AX wegen seiner motorsportlichen Erfolge und seines sparsamen Dieselmotors. Er war jahrelang das sparsamste Großserienfahrzeug der Welt. 1991 erfuhr der AX ein leichtes Facelift. Die augenfälligsten Unterschiede außen waren weiße Blinkergläser vorne, eine geänderte Heckklappe und das nunmehr mittig auf der Motorhaube angebrachte Markenzeichen. Umfassender fielen die Änderungen im Innenraum aus. Das von vielen Kritikern als zerklüftet bezeichnete Armaturenbrett wurde stark geglättet, wobei eine Vielzahl der „Kleinkramablagen“ wegrationalisiert wurde.

Im Jahr 1994 schaffte der AX Eco, ein modifizierter Versuchsträger auf Grundlage des Dieselmodells den Verbrauchsweltrekord von 2,7l/100km. Der nur 672 kg schwere Wagen erhielt dazu ein lang übersetztes Getriebe und Modifikationen an der Einspritzung. Außerdem wurden gewichtssparende Kunststoffkarosserieteile sowie Aerodynamik-Anbauteile verwendet. Als Bereifung dienten Pneus mit besonders niedrigem Rollwiderstand. 1998 endete die Produktion in Frankreich, nachdem 2.424.808 Exemplare unterschiedlichster Varianten und Sondermodelle das Werk verlassen hatten. Das Nachfolgemodell ist der Citroën Saxo. In Malaysia wurde noch bis zum Jahr 2000 eine Lizenzversion des AX als Proton Tiara für den asiatischen Markt produziert. Die Antriebskomponenten mit Motor wurden auch in anderen Fahrzeugen der PSA-Gruppe verbaut. Der Peugeot 106 teilte sogar das selbe Fahrwerk, den gleichen Antriebsblock sowie die gleiche Bodengruppe mit dem Citroën AX.


AX Diesel:

Der erste AX-Diesel kam im Februar 1989 mit dem neuentwickelten 38 kW (52 PS) leistenden, TUD-Dieselmotor auf den Markt. Der Durchschnittsverbrauch lag bei zu diesem Zeitpunkt sensationellen 4,2 l/100 km. Er besaß noch keinen Katalysator. Das änderte sich mit dem ab März 1992 ausgelieferten schadstoffarmen Diesel, der mit einem geänderten Zylinderkopf und Oxidationskatalysator ausgestattet war. Im September 1994 schließlich erhielt der AX Diesel einen neuen Motor, der jetzt bei 1,5 Litern Hubraum eine Leistung von 40 kW (54 PS) entwickelte. Die höhere Leistung führte allerdings zu einem Mehrverbrauch von 0,3 l/100 km, was seinen Status als sparsamsten damals angebotenen Kleinwagen jedoch nicht gefährdete. Mit hohen Steuern belegt, erschloss sich der AX Diesel jedoch keiner größeren Käuferschicht.

AX Sport, GT und GTi:

Die Motorisierung des GT der ersten Serie lag bei 62 kW (85 PS) und wie zur damaligen Zeit noch üblich, ohne Kat. Der GT der zweiten Serie hatte dann nur noch 55 kW (75 PS) bei 1360 cm³ aber mit Kat. Der AX Sport hatte 69 KW (95 PS) bei 1294 cm³ und einen Doppelvergaser.
Der Citroën AX in seinen Versionen Sport und GTi fand und findet bis heute rege Verwendung im Motorsport. Im Bereich Rallycross bildet das Fahrzeug mit seinen 1,4 l Hubraum ein günstiges Einstiegsmodell, mit dem sogar Jugendliche ab sechzehn Jahren und ohne Führerschein echte Rennerfahrung sammeln können. Die Verbindung des geringen Gewichts, der Kompaktheit und der hohen Leistung war ideal für den Rallycross-Sport. Sven Seeliger, Deutschlands bisher einziger Rallycross-Europameister, holte seine Titel mit einem Citroën AX GTI. Aus der Europameisterschaft verbannt, wurde die Homologation später für die nationale Serie verlängert. Auch in Schweden und Dänemark wird das Fahrzeug gern in der Jugendförderung eingesetzt und hat dort eine eigene Klasse, die im Rallycross-Sport in Deutschland als Division 5 bezeichnet wird.
Beim dritten Lauf zur internationalen Deutschen Rallycross-Meisterschaft 2006, der im dänischen Nysum ausgetragen wurde, standen ganze acht Citroën AX im Finale, den Doppelsieg holte sich das Brüderpaar Clemens
und Julian Meyer.
AX 4x4:

Im August 1991 wurde die AX-Palette durch den allradgetriebenen AX 4x4 ergänzt. Er wurde als Drei- und als Fünftürer und mit dem 55 kW (75 PS) starken 1360-cm³-Aggregat aus dem AX GT angeboten. Von außen ist dieses Modell an starken, seitlich verlaufenden Rammschutzleisten aus Kunststoff und einer um 25 mm vergrößerten Bodenfreiheit zu erkennen. Der Hinterradantrieb wurde elektrohydraulisch durch einen Schalter am Armaturenbrett zugeschaltet. Der gut ausgestattete AX 4x4 war in der Fünftürerversion mit einem Leergewicht von 840 kg der schwerste aller Großserien-AX
AX Electrique:

Der in Kleinserie im Jahre 1994 auf den Markt gebrachte AX Electrique war der erste Serien-Citroën mit Elektroantrieb. Das Fahrzeug verfügte über einen reinen Elektroantrieb, der eine Höchstgeschwindigkeit von 91 km/h erlaubte. Seine Reichweite betrug ca. 120 km. Die Akkus waren im Motorraum und im Unterboden verteilt, wodurch der Innenraum erhalten blieb. Bedingt durch die Gewichtszunahme gegenüber dem konventionell angetriebenen Modellen war der Electrique nur für vier Personen zugelassen. Mit der Ablösung der AX Baureihe durch den Citroën Saxo wurde auch der AX Electrique Ende 1996 eingestellt und durch den Saxo electrique ersetzt. Beide Typen, der AX und der Saxo electrique, wurden nur zusammen nur etwa 2800 mal gebaut und nur in geringen Stückzahlen nach Deutschland exportiert, u. a. für die Fahrzeugflotte der HEW (Hamburger Elektrizitätswerke). Durch die NiCd-Akkus von Saft sind sie bei entsprechender Pflege sehr robust im Einsatz und es sind Akkulebensdauern von über 120.000 km erreicht worden.