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Citroën
CX:
Die technische Präsentation der Modelle CX 2000/2200 erfolgte
in AUTOREVUE 9/1974. Der Test beschäftigt sich mit der Basis-Version,
dem 2000. Die seinerzeit angekündigte Sparversion des Zweitausenders
ist einstweilen nicht gebaut worden - ein Zeichen, dass sich die
Zeiten bessern.
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Der Ruhm ist ihm vorausgeeilt
- "Auto des Jahres", das will in einem derart fruchtbaren
Präsentationsjahr wie 1974 eine Menge zu sagen haben. Was
die Jury dabei honoriert hat, muss wohl der Mut zu jenem konstruktiven
Dribbelsolo gewesen sein, bei dem erst nach mehreren Bilanzen
feststehen wird, ob man nicht - zugegeben, mit Brillanz - in Richtung
eigenes Tor gestürmt ist.
Das erhebende Gefühl, in einer
genialen Konstruktion sitzen zu dürfen, wird nur selten
kaufentscheidend sein. Was wird also an Handfestem geboten?
Eine auffallende, teuer aussehende und prestigeträchtige
Karosserie mit hervorragender Aerodynamik, anders wären
ja bei diesem schweren Fahrzeug keine vernünftigen Benzinverbrauchswerte
möglich gewesen. Viel Innenraum, ganz besonders viel Bewegungsfreiheit
auf den Hintersitzen. Dann die Citroën-Bequemlichkeit,
natürlich, der Hydropneumatik-Teppich. Fast ebenso natürlich:
Hohe Fahrstabilität und - auf Grund der Neukonstruktion
noch stärker betont als bei jedem bisherigen Citroën
- grossartige Strassenlage. Bei der Aufzählung der unbestreitbaren
Positiva des CX macht auch die Summe der kleinen Feinheiten
Wesentliches aus: Ein Minimum an Fahrwerkgeräuschen und
sensationell niedrige Windgeräusche, beispielsweise. Oder
der einzelne Scheibenwischer den man als optischen Gag missdeuten
könnte: Damit ist man den Erkenntnissen des Rennsports
gefolgt, denn nur bei einer derartigen Anordnung stimmt die
Richtung des Wischerblattes immer mit der am Glas auftretenden
Windrichtung überein - sodass es keine Komponente gibt,
die auf ein Abheben des Wischerblattes hinarbeiten könnte.
Oder: Die konkave Form der Heckscheibe, die das Abrinnen von
Regenwasser beschleunigt. Zur Habenseite gehören natürlich
auch alle Sicherheits-Details, deren es beim CX eine Menge gibt,
der stabile Rahmen und die grossen Knautschzonen, all die Details
der Innenausstattung.
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Soweit also keine Einsprüche
gegen das hochdekorierte Mobil-Juwel. Man wird auch den Mut zu
heiklen Pastellfarben und schwungvoller Linienführung bei
der Innenausstattung gern honorieren und lässt sich beeindrucken
von der weit nach vorn entrückten Windschutzscheibe, die
das Gefühl von viel Raum und Sicherheit gibt. Die stilistische
Brillanz des Armaturenbretts beziehungsweise der Kommandozentrale
fällt unter den Blickwinkel des individuellen Geschmacks.
In jedem Fall muss sich der Fahrer an das Neue erst gewöhnen,
er muss sich (zumeist) wieder umgewöhnen, etwa um der rechten
Hand den Auftrag zum Auf- oder Abblenden zu geben ... da fällt
es eben ein bisschen schwer, auf der einen Seite die Forderung
nach europäisch-uniformen Bedienungselementen zu unterstützen
und auf der anderen Seite dem krassesten Ausbruch aus solchen
Normen zu applaudieren, weil man nicht als unmodern gelten will.
Und ganz ehrlich: Man kommt mit dem Badezimmerwaagen-System für
Tacho und Drehzahlmesser zwar zurecht, aber kann man irgendeinen
Vorteil gegenüber einem klaren, biederen Rundinstrument anführen?
Dass die aufregende Karosse
nicht nur Vorteile bietet, bemerkt man längstens beim Einparken,
wenn man während vager Schätzungen von Aussenkanten
zähe mit dem Lenkrad rauft, das - zugegeben - bei normaler
Fahrt genügend leichtgängig und vor allem beispielhaft
präzise ist. Stadtverkehr ist nicht die Stärke des CX.
Damit wären wir beim
Motor. Das Werk legt Wert darauf, nicht nur die neue Weise des
Einbaus - erstmals quer zur Fahrtrichtung und nach vorn geneigt
- erwähnt zu wissen, sondern auch die Tatsache etlicher Modifikationen
an dem altbekannten Triebwerk der D-Reihe. Wunderdinge lassen
sich damit aber nicht mehr anstellen: Die Stärken des Zweilitervierzylinders
liegen in seiner Verlässlichkeit und äusserst wirtschaftlichen
Auslegung. Zugegeben: Der ganze Charakter des CX läuft auf
kultivierten Komfort und nicht im geringsten auf Sportlichkeit
hinaus, aber es wird wohl einiger Abgeklärtheit bedürfen,
die zur Verfügung stehende Kraft unter allen Bedingungen
ausreichend zu finden, speziell den schwächlichen Durchzug
von unten.
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Dabei hören sich
die Werksangaben gar nicht so übel an: 13.1 Sekunden für
die Beschleunigung von 0 bis 100 km/h und eine Spitze von 174
km/h sind sicherlich akzeptabel. Leider spielte unser Testwagen
dabei anfangs nicht mit, wurde nach völlig ungenügenden
Messwerten zur Überprüfung an den Importeur zurückgestellt.
Der dabei entdeckte Drosselklappen-Fehler machte einen Tausch
des Vergasers notwendig, danach registrierten wir überzeugendere,
aber kaum umwerfende Messwerte: 15,1 Sekunden und 177 km/h. Gern
halten wir fest, dass der Citroën vielleicht eine längere
Einfahrzeit honorieren würde (Messungen erfolgten bei km-Stand
3100) und dass wir sicherlich ein besonders müdes Exemplar
erwischt hatten.
Dass unser CX bei simulierten Schocksituationen
hinten deutlich überbremste, trübte ein wenig das
Gesamtbild des Fahrverhaltens, das ansonst natürlich superb
ist. Das Auto liegt so satt auf der Strasse, dass der Fahrer
einen Zustand der ermüdungsfreien Entspanntheit einnimmt,
wie er nur bei manchen Autos der sündteuren Luxusklasse
gegeben ist. Dies gilt genauso für Autobahnfahren (Seitenwind
wird nicht einmal ignoriert) wie für das Bewegen auf kurvenreicher
Strasse, die wahren Fähigkeiten des Fahrwerks sind auf
normale Art aber kaum auszuloten. Hier ist eine kurze Erklärung
der Auswirkung der (unüblichen und äusserst aufwendigen)
Rahmen-Konstruktion am Platz. Die Karosserie erfüllt keine
tragende Funktion, sondern überlässt dies dem vorderen
und hinteren Achsrahmen, die durch zwei Längsträger
miteinander verbunden sind. Bei herkömmlichen Konstruktionen
sind die Radführungselemente nicht direkt mit der Karosserie
verbunden, sondern über Gummi gelagert. Dies ist deshalb
nötig, weil ansonst alle Fahrwerksgeräusche in die
Karosserie übertragen werden. Diese Gummi-Lagerung, die
zwangsläufig ein gewisses Mass an Unexaktheit in der Radführung
mit sich bringt, ist beim CX nicht nötig, da die Dämmung
generell durch 16 Silentblöcke zwischen Rahmen und Karosse
erfolgt - die Radführungen sind direkt am Rahmen befestigt
und geben damit optimale Exaktheit.
Da der bisherige DS-Fahrer zur engeren
Zielgruppe eines möglichen CX-Käufers gehört
ist sicherlich der Hinweis auf den Kofferraum des Neuen besonders
wichtig- gross, glattflächig und wohlproportioniert - also
all das, was der D-Kofferraum nicht ist.
Wenn dieser Bericht kein einheitliches
Bild über den Citroën CX zeichnet, so ist das im Sinn
des Erfinders. Die Akzente dieses Wagens sind so stark prononciert,
dass mehr als bei irgendeinem anderen Grossserienauto zu prüfen
ist, ob die Persönlichkeit des CX zur Persönlichkeit
des Fahrers passt.
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Fahrverhalten:
Mit wachsenden Anforderungen an die
Fahrgeschwindigkeit steigen auch die Anforderungen an den Fahrer.
Schnelle Fahrt artet alsbald in kräftige Kurbelei am Lenkrad
aus, selbst weitere Kurven erfordern schon herzhaften Lenkradeinschlag.
Im Grenzbereich schiebt der CX deutlich über die Vorderräder
weg, die Bereinigung brenzliger Situationen erfolgt am besten
durch Zurücknehmen des Gaspedals.
Sitzposition:
Eine praktikable Lenkradhaltung ist
für kleine und grosse CX-Fahrer leicht einzunehmen. So
manchem wird aber das Lenkrad zu gross, oder der Sitz zu steil
sein: Er wird beim Umgreifen einfach immer mit den Händen
an den Oberschenkeln anstossen. Hier schafft erst die serienmässige
Höhenverstellung des Fahrersitzes Abhilfe. Der Gag mit
den Schaltern, zu deren Bedienung man die Hände am Lenkrad
belassen kann, verliert stark durch das in angeschnalltem Zustand
kaum zu erreichende Zündschloss, auch der Choke und die
seitlichen Belüftungsdüsen erfordern eine kleine Verbeugung
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