| Citroën DS
/ La Déesse Die Göttin |
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| Die Bezeichnung DS war eine
Ableitung oder ein Wortspiel der Prototypenbezeichnung als D-Modelle.
Die interne Bezeichnung war ursprünglich VGD, voiture
à grande diffusion, sinngemäß Fahrzeug
mit großer Verbreitung/Stückzahlen. Aus den verschiedenen
VGD-Versionen, intern als D mit der entsprechenden Zahl dahinter:
D1, D2 usw. bezeichnet, wurden mit der Zeit die D's. Irgendwann
ist man sich bei Citroen dann wohl des sprachlichen Gleichklangs
von (la) déesse (= die Göttin) mit dem Buchstabenkürzel
bewusst geworden; dieses Wortspiel wurde dann für die Modellbezeichnung
übernommen. (Quelle: L'album de la DS von Jacques
Borgé und Nicolas Viasnoff)
Im Französischen ist der Wortstamm
Auto feminin (la voiture); im deutschen Sprachraum
wurde die DS während der Produktionszeit fast ausschließlich
als der DS bezeichnet. Heute ist das feminine Genus
bei frankophonen Kennern üblich, auch im Deutschen spricht
man von der DS/Deesse. Wie
schon beim Vorgängermodell waren auch bei diesem Modell der
Konstrukteur André Lefèbvre und der Designer Flaminio
Bertoni leitend an der Entstehung beteiligt. Paul Magès
entwickelte dazu die legendäre Hydropneumatik.
Im Laufe der langen Bauzeit gab es die
Modelle DS 19, DS 20, DS 21, DS 23, ID 19, ID 20, D Spécial
und D Super/D Super5. Die Modelle DS 21 und DS 23 waren wahlweise
auch mit elektronisch geregelter Bosch-Einspritzung als DS 21
ie und DS 23 ie verfügbar. Es gab die DS als Limousine (Berline)
und als Kombi (Break). Die Limousinen der DS-Modelle waren ab
1964 als Luxusversion Pallas erhältlich
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Technik:
Revolutionär für die damalige Zeit waren die stromlinienförmige
Karosserie wie auch die damals einzigartige hydropneumatische
Federung, Servolenkung, Scheibenbremsen vorn, zwei unabhängige
Bremskreise, die als Hochdruckservobremse lastabhängig über
die Zentralhydraulik mit Druck versorgt wurden und das optionale
halbautomatische Getriebe. Als eines der ersten Serienmodelle
war die DS mit Gürtelreifen ausgestattet. Die Aufhängung
der Vorderräder war so konzipiert, dass sich ein Lenkrollradius
von 0 ergab (Mittenachslenkung), wodurch keine Fremdkräfte
auf die Lenkung einwirken konnten. Charakteristisch war auch das
(aus Gründen der Gewichts-/Materialreduktion) einspeichige
Lenkrad. Ab 1967 kamen zusätzliche Fernscheinwerfer hinzu,
die synchron zur Lenkung die Kurven ausleuchten konnten. Auch
der Tucker Torpedo von 1948 hatte schon Kurvenscheinwerfer und
Scheibenbremsen, kam aber über 51 gebaute Exemplare nicht
hinaus.
Die Hydropneumatik ermöglichte
es, die Bodenfreiheit des Wagens zu variieren. Parkte die DS
für längere Zeit, so senkte sie sich durch die Hydropneumatik
ab. Startete man den Wagen, so hob er sich um mehrere Zentimeter
in die Höhe. Die Hydropneumatik arbeitete automatisch als
Niveauregulierung, beispielsweise beim Beladen. Rolls Royce
und Mercedes-Benz erwarben eine Lizenz für das Citroën-Patent.
Rolls Royce bezog die Bauteile auch direkt von Citroën.
Der Aufbau der Karosserie unterschied
sich von nahezu allen anderen PKW. Die D-Modelle hatten einen
fachwerkartigen Plattformrahmen, der alleine die tragende Struktur
darstellte. Kotflügel, Hauben, Türen und Dach waren
nichttragend und spannungsfrei mit dem Rahmen verschraubt. Die
hinteren Kotflügel, die zum Radwechsel demontiert werden
mussten, waren nur mit einer einzigen Schraube fixiert, die
sich mit dem Radmutterschlüssel entfernen ließ.
André Lefèbvre galt
als Liebhaber neuer Materialien und war ein Verfechter des Einsatzes
von Kunststoff und Aluminium zur Gewichtsreduzierung. So bestand
beispielsweise das Dach der DS aus GFK. Es wurden 100 Kilogramm
Aluminium verbaut (wie bei der Motorhaube, dem größten
damals in Serie gefertigten Aluminium-Karosserieteil) und verchromter
Stahl an Stoßstangen und Zierleisten durch Edelstahl ersetzt.
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Kultur:
Der französische Präsident Charles de Gaulle war ein großer
Liebhaber der DS. Zu allen offiziellen Anlässen nutzte er dieses
Auto. Am 12. August 1962 trug seine DS wesentlich dazu bei, ihm
das Leben zu retten, als er in Petit-Clamart bei Paris in einen
Hinterhalt durch Maschinengewehrfeuer der OAS geriet. Der Wagen
konnte mit seiner hydropneumatischen Federung den Schaden eines
zerschossenen Hinterreifens automatisch kompensieren und auf drei
Rädern weiterfahren. Das Attentat trug mit zum Mythos der DS
bei.
Die DS galt schon zu ihrer Zeit wegen
des Designs und der revolutionären Technik als ein Auto für
Nonkonformisten. Noch heute gibt es viele gut erhaltene Exemplare.
Die Gebrauchtpreise bewegen sich je nach Modell und Zustand zwischen
5000 und 20.000 €, für die seltenen Cabriolets werden
bis über 100.000€ bezahlt.
Citroen war auch Pionier auf dem Gebiet
des Product-Placement. So spielte die DS in zahllosen Filmen eine
Rolle (zum Beispiel in Fantômas mit Louis de Funès
oder in French Connection Brennpunkt Brooklyn (besonders
in Teil 2)). Im Film Der Japaner und die Göttin (englischer
Originaltitel The Goddess of 1967) aus dem Jahr 2000 stellt die
DS das Titelmotiv dar. Das Design des Autos wirkt selbst heute
noch so futuristisch, dass das Auto gerne in Science-Fiction-Filmen
als Requisit verwendet wird. So ist eine nur leicht veränderte
DS in einer Einstellung von Zurück in die Zukunft (Teil 2)
als zukünftiges Taxi zu sehen. In einer Folge der 2005 produzierten
zweiten Staffel der SF-Fernsehserie Battlestar Galactica (2003)
ist eine DS als Zukunftsauto in einer Tiefgarage zu sehen. In
dem Sci-Fi-Streifen Gattaca dient ein DS-Cabrio als futuristisches
Fortbewegungsmittel.
Der strukturalistische Philosoph Roland
Barthes schrieb 1957 in einem Essay über das Auto, dass es
offenkundig vom Himmel gefallen sei.
Im Jahr 2000 wählten 132 Experten
aus 33 Ländern das Auto des Jahrhunderts. Die DS belegte
den dritten Platz nach der Tin Lizzy und dem Mini, noch vor dem
VW Käfer und dem Porsche 911.
Im Oktober 2005 trafen sich anlässlich
des 50. Geburtstags des D-Modells Besitzer aus zahlreichen Ländern
mit rund 1600 fahrbereiten Göttinnen zu einer
Parade durch die französische Hauptstadt
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Sonderkarosserien:
DS Cabrio, gesehen 2006Die Pariser Firma Ateliers Henri Chapron
lieferte von 1961 bis 1971 Cabriolet-Versionen, die mit einer Gesamtstückzahl
von 1365 eine Rarität darstellen. Liebhaber der originalen
Cabrios treffen dabei auf die Chapronistes: die originalen
Cabrios sind kürzer und weniger bequem, auch sind die Blechteile
extrem rar und teuer. Dagegen baute Chapron Limousinen zu Cabrios
um Umbauten, die auch noch nach langer Zeit erfolgen können,
die Versorgung mit Ersatzteilen ist weitaus unproblematischer als
bei den originalen Citroën-Cabrios. Beim Kauf eines Cabrios
sollten derartige Unterschiede berücksichtigt werden.
Einzelne Karosseriebaufirmen in Frankreich
bauten die Kombimodelle zu Großraumtransportern mit zweifachen
Hinterachsen sowie erhöhtem und verlängertem Laderaum
um. Diese verkehrten auf Grund ihrer Popularität in Frankreich
teilweise auch in Westdeutschland zwischen dem Ruhrgebiet und
Paris, um Zeitungen zwischen Deutschland und Frankreich im Expressdienst
zu transportieren.
Essener Zeitungskonzerne setzten mehrere
dieser Fahrzeuge ein. Diese Fahrten kamen im Laufe der Zeit zu
ihrem eigenen Ruf. Wie Schnelltransporter rasten sie mit mehr
als anderthalb Tonnen Papier im Laderaum und einem Tempo von annähernd
200 km/h durch die Nacht. Etliche schwere Unfälle gab es
vor allem auf der Rückfahrt von Paris, nachdem der Fahrer
zunächst abends um 22 Uhr die ersten Drucke von Essen nach
Paris gefahren hatte, vor sechs Uhr morgens die frischen Pariser
Zeitungen lud und mit ihnen wieder heimwärts preschte. Gefährlich
soll auf diesen Transportfahrten vor allem der morgendliche Berufsverkehr
in Nordfrankreich, um Aachen und Köln herum gewesen sein
der Fahrer häufig müde nach über 1000 Kilometern
Autobahnfahrt. Das sehr schnelle Fahrzeug konnte auf der linken
Spur von ausscherenden PKW-Fahrern wegen seiner niedrigen Silhouette
leicht übersehen werden.
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| Modellgeschichte
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Übersicht |
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1955 bis 1968 DS 19
1968 bis 1975 DS 20
1965 bis 1972 DS 21
1969 bis 1972 DS 21 ie
1972 bis 1975 DS 23
1972 bis 1975 DS 23 ie
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1957 bis 1969 ID 19
1968 bis 1969 ID 20
1969 bis 1975 D Spécial
1969 bis 1972 D Super
1972 bis 1975 D Super5 |
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Details
1955 6. Oktober: Vorstellung der DS 19
1956 Frühjahr: manuelle Verstellbarkeit der Bodenfreiheit von
9 bis 28 Zentimeter
1958 Vorstellung des Break
1959 neues Design der hinteren Kotflügel: länger und abgerundet
1960 Luftauslässe auf den vorderen Kotflügeln 1960 bis
1962
1960 August: Umstellung der Elektrik von 6 auf 12 Volt
1961 Vorstellung des Cabrios
1964 Wechsel der Hydraulikflüssigkeit von LHS (rot) auf LHS2
(farblos)
1965 September: Einführung der neuen Motorengeneration: Kurzhub
mit fünffacher Lagerung
1965 Wechsel der Felgen: statt bisher Zentralverschluss nun Felge
mit fünf Schrauben
1965 Reifen: 380er statt bisher 400er
1965 Änderungen an der Frontpartie Lufteinlässe unterhalb
der Stoßstange in Längsrichtung, nun breiter und kürzer
1965 Überarbeitung der Bremsanlage: feste statt bisher schwimmender
Sättel
1966 Herbst: Wechsel der Hydraulikflüssigkeit auf LHM (grün)
1967 Herbst: neue Front mit Scheinwerfern hinter Glas
1967 September: Schwenkscheinwerfer bei Pallas und Cabrio, bei ID
und normalen DS gegen Aufpreis lieferbar
1968 September: deutsche DS alle mit Schwenkscheinwerfern ausgestattet
1968 September: neues Armaturenbrett: schwarz, elektrische Scheibenwaschanlage
1968 bequemere Sitze mit höherer, stufenlos verstellbarer Rückenlehne
1969 Oktober: neues Armaturenbrett: Einführung der Rundinstrumente
ab 1970 vermehrte Qualitätsprobleme durch Rostanfälligkeit
1971 Herbst: Einführung der versenkten Türgriffe
1973 April: neues Werk: Aulnay sous Bois, noch mehr Qualitätsprobleme
1975 24. April: letzte DS hergestellt
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Details DS
19 und DS 20
1955 DS 19 neu mit überarbeitetem Motor aus 11CV: dreifach
gelagert, Alu-Querstrom-Zylinderkopf,
1911 cm³, 75 SAE-PS bei 4500 rpm
1961 Frühjahr: Motorleistung auf 80 PS (83 SAE-PS) bei 4250
rpm erhöht
1961 neues Armaturenbrett (etwas traditioneller gestaltet)
1962 Herbst: neue, glattere Frontgestaltung für bessere Aerodynamik
1963 Februar: auch mit manueller Schaltung lieferbar
1964 September: Pallas-Ausstattung lieferbar, erkennbar an den Jod-Zusatzscheinwerfern,
Zierleisten
1964 Gurte an den Vordersitzen lieferbar
1965 neuer Motor: DY mit 1972 cm³, 84 PS bei 5250 rpm, lieferbar
1965 bis 1968
1968 Variation zur DS mit Motor DY2 mit 90 PS bei 5750 rpm
1971 Motorleistung von 90 auf 98 PS erhöht
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Details DS 21 und
DS 23
1965 DS 21 neu mit Motor DX mit 2175 cm³, fünffach gelagert,
100 PS bei 5500 rpm,
automatische Höhenverstellung der Scheinwerfer
1968 neuer Motor DX2 mit 104 PS
1969 Oktober: parallel als DS 21 ie mit elektronisch geregelter
Einspritzung (Bosch D-Jetronic)
verfügbar, Motor DX3 mit 120 PS bei 5250 rpm
1970 mechanisches Fünfganggetriebe auf Wunsch verfügbar
1971 vollautomatisches dreistufiges BorgWarner-Getriebe auf Wunsch
verfügbar
1972 Variation zur DS 23, Motoren DX4 Vergaser mit 110 PS und DX5
(23ie) mit Einspritzung und 126 PS
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Details ID und D
Super
Das Erkennungsmerkmal jeder ID oder D Super ist das Vorhandensein
eines klassischen Bremspedals. Alle DS-Modelle haben dagegen einen
Bremspilz, einen flachen und breiten Gummiknopf zur
Bremsbetätigung. Die ID- und D-Super-Modelle sind im Vergleich
zu den DS-Modellen einfacher ausgestattet. Dies betrifft das Äußere
des Wagens, das Interieur und auch die eingesetzte Technik.
Das erste Basismodell ID 19 Normale
war gegenüber der ID 19 Luxe noch weiter in der Motorleistung
auf 58 PS (63 SAE-PS) reduziert hier kam der unveränderte
Motor mit Parallelstrom-Zylinderkopf aus dem Vorgänger 11CV
zum Einsatz.
Die übrigen ID hatten den modernisierten
Motor der DS, jedoch durch einfachere Vergaser und niedrigere
Verdichtung auf zunächst 66 SAE-PS (ID 19)gedrosselt.
1957 Vorstellung der ID 19
1960 August: Wechsel zu 12 Volt Bordspannung
1960 Oktober: auf Wunsch mit Servolenkung lieferbar.
1961 Herbst: Hochdruckbremse (mit einfacherer Pedalbetätigung)
1964 Motor mit 70 PS
1965 Motor mit 74 PS
1966 erst jetzt neue Motorengeneration mit fünffacher Lagerung
und Kurzhub: 78 PS
1966 Umstellung auf Hydraulikflüssigkeit LHM
1967 Herbst: neue Front mit Scheinwerfern hinter Glas
1968 ID 20 verfügbar: nun 90 PS, ID 19 wird jedoch weiterproduziert
1969 ID 19 wird zur D Spécial (eingefärbtes Dach)
1969 ID 20 wird zur D Super
1970 September: auf Wunsch mit Fünfganggetriebe lieferbar
1970 bei der deutschen D Super wird Servolenkung serienmäßig
1971 Herbst: versenkte Türgriffe, D Super mit 98 PS
1972 D Super5 ersetzt in Deutschland die D Super, der Motor der
DS 21 mit 104 PS findet hier Verwendung, die 5 bezieht
sich auf das bei diesem Modell serienmäßige Fünfganggetriebe.
1972 die D Spécial erhält den Motor der D Super mit
98 PS
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